Herrliche Tage in der Bretagne 2014

Bretagne


Die deutsch/französische Gruppe aus aus Mitgliedern der beiden Partnerschaftsvereine Birkenau und La Rochefoucauld findet im Wechsel immer neue lohnenswerte Ziele für ihr Jahrestreffen. Dieses Jahr traf man sich im Feriendorf AZURVA in Sarzeau an der bretonischen Atlantikküste. Von dort wurden jeden Tag Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen, um Land und Leute der Bretagne kennen zu lernen, getreu dem Motto “Gemeinsam Neues entdecken“. Wegen der großen Entfernung reisten die Birkenauer diesmal mit dem TGV via Paris an und wurden in Vannes am Bahnhof von ihren französischen Freunden begeistert empfangen. Vor dem Abendessen gedachten wir alle stehend unseres vor kurzem verstorbenen Freundes Joel Deschaises, dem wir die Vorbereitungen dieser Begegnung und das Programm verdanken. Am nächsten Morgen war ein Spaziergang angesagt um das Feriendorf und seine Umgebung kennen zu lernen. Die einen vergnügten sich an Meer und Strand, einige genossen das Schwimmbad, die meisten aber machten eine Wanderung entlang der Küste. Der Nachmittag galt der Besichtigung des Schlosses Suscinio, Stammschloss der Herzöge der Bretagne bis zum 13. Jahrhundert. Es liegt auf einer Felsklippe zwischen Atlantik und einer unberührten Moorlandschaft. Durch die französische Revolution 1789 in Mitleidenschaft gezogen, wurde es kürzlich renoviert und strahlt wieder in altem Glanz. Eine kompetente Führerin machte uns mit der Geschichte des Schlosses vertraut. Ein frischer Morgenspaziergang führte uns am nächsten Tag zum Tumulus de César, einem 3000 Jahre alten Hügelgrab, auf dem angeblich schon Caesar gestanden haben soll. Nach kurzer Fahrt erreichten wir in Sarzeau das „Museum für Kunst, Handwerk und Handel“ und bewunderten dort unter fachkundiger Führung die reichen Sammlungen an Möbel, Musikinstrumenten, Trachten und Werkzeug und bekamen so wertvolle Einblicke in das Leben und in die Kultur der Bretonen. Im Anschluss daran gab es eine kurze Pause an der Gezeitenmühle “Pen Castel“ am Golf von Morbihan. Dieser Golf wird durch eine enge Stelle vom Atlantik gespeist und zeigt Ebbe und Flut. Seit Jahrhunderten nutzen die Bewohner die Kraft des ablaufenden Wassers um ihre Getreidemühlen anzutreiben. Bei schönstem Sommerwetter starteten am Nachmittag von Port Navalo die „ballade“, der Ausflug per Schiff auf dem Golf von Morbihan, ein Eldorado für Segler. Die Küste ist sehr vielfältig und lieblich, dahinter Gärten und Felder. Das Schiff legte an der Île-aux —Moines, der Mönchsinsel, an, es gab Zeit für einen Spaziergang auf dieser subtropischen Insel. Von einem Hügel öffnet sich der Blick über den ganzen Golf mit den weißen Segelschiffen. Eine hochwillkommene Pause gab es am nächsten Vormittag, die zum Ausruhen im Schwimmbad genutzt wurde. Das nächste Ziel war die Halbinsel Quiberon, die wie ein Sporn weit in den Atlantik ragt. Die Westseite ist bekannt für ihre Granitklippen, die Ostseite begeistert durch ihre breiten Sandstrände. Nach der Fahrt um die ganze Halbinsel wurde Carnac angesteuert. In der Nähe gibt es eine außergewöhnliche, 6000 Jahre alte Megalith-Anlage mit dem Namen Le Ménèc: große Steine, so genannte Menhire, in Reihen oder Kreisen angeordnet, dazwischen Dolmen und Tumuli. Ein Volk, das vor den Galliern hier lebte, hat diese Steinbauten errichtet. Bis heute hat die Wissenschaft noch keine Erklärung über Sinn und Zweck gefunden. Die Fahrt führte weiter entlang der Küste und bald wurde der Hafen von La Trinité sur Mer erreicht: das „Mekka der Segler“. Hunderte von Segelschiffen liegen hier im Wasser vor der berühmten Eisenbrücke von G. Eiffel. Der ganze Tag nächste Tag war der Belle-Île-en-Mer gewidmet, der größten Insel vor der bretonischen Küste. Ein Höhepunkt unseres Aufenthalts! „Die schöne Insel“ liegt ca. 25 km vor dem Festland, ihre Küste zeigt sich wild und romantisch, mit steilen Klippen, Höhlen und bizarren Felsen. Auf einer geführten Rundfahrt mit Bus lernten wir die schönsten Plätze der Insel kennen: die Zitadelle von Vauvan über dem Hafen, die Pointe des Poulains mit dem Haus der berühmten Schauspielerin Sarah Bernardt, den großen Leuchtturm, die Felsnadeln von Port Coton, die von Claude Monet im Bild verewigt sind. Vorbei ging die Fahrt an 2 Menhire, Jean und Jeanne, entlang der wilden Küste bis zum großen Sandstrand im Osten. Jedem Abend gab es im Feriendorf Angebote zur Unterhaltung, an einem Abend wurden die Gäste um Beiträge aus ihrem Land gebeten. Unsere Gruppe brachte 2 französische Chansons, das Kufsteinlied mit einem Jodler und ein Trinklied in Odenwälder Mundart zu Gehör. Am letzten Tag freuten wir uns auf den geführten Rundgang in Vannes. Eine alte Stadt mit Stadtmauern und 4 Toren, einem langen Waschhaus am Fluss mit schönen Gartenanlagen , engen Straßen, einer gewaltigen Kathedrale und vielfältigen Fachwerkhäusern. Es gab fröhliches Treiben in den Gassen und in der Markthalle. Nach dem Besuch in Vannes wurden wir von unseren Freunden zu Galettes und Crêpes in ein Lokal im Hafen von Crouesty eingeladen. Am Nachmittag noch schnell ein Besuch im Austern-Park in Sarselan. Hier werden in einer stillen Bucht auf 4000 ha Austern herangezogen und gemästet, frühestens nach 3 Jahren werden sie verkauft. Wir lernten viel Neues über diese Schalentiere und bekamen am Ende der Führung einige Kostproben. Das Leben im Feriendorf mit unseren Freunden hat uns sehr gut gefallen. Am Abend wurde immer erzählt, musiziert, gesungen und gelacht. Von Jahr zu Jahr wird unsere Freundschaft tiefer. Am letzten Tag brachten uns unsere Freunde mit ihren Wagen sogar bis Nantes zum Zug. Dort gab es viele herzliche Umarmungen zum Abschied und das Versprechen: wir sehen uns wieder im September 2015 am Bodensee.

Letzte Änderung: 23.03.2015 13:12 Uhr