Schüleraustausch 2010

Ein Abschied, der eigentlich keiner ist

Freundschaften entstanden

Manchmal sind es die ganz jungen Leute, die den Erwachsenen auf die Sprünge helfen. Dass dies sogar für die Völkerverständingung gilt, dafür ist die Partnerschaft von Birkenau mit der französischen Gemeinde La Rochfoucauld das beste Beispiel. 1976 kam es zum ersten Schülerausstausch, 1978 zur Gründung des Patnerschaftsvereins, 1980 dann zur endgültigen Verschwisterung beider Gemeinden. Es ist also durchaus etwas ganz Besonderes, enn - wie auch in diesem Jahr - 52 Jugendliche mit dem Bus aus der französischen Gemeinde in der Region Poitou-Charentes, im Arrondissement Angoulême, ins Weschnitztal kommen, um dort ihre deutschen ustauschpartner und deren Gastfamilien zu treffen, Freundschaften zu knüpfen und mit viel Spaß zu erfahren, wie im Land auf der anderen Seite des Rheins gelebt wird. Doch es ist viel Arbeit für die, die hinter den Kulissen organisieren, planen und koordinieren. Auf französischer Seite war dafür die Lehrerin Francoise Ringuet zuständig, die seit 2002 dafür sorgt, dass der Geschichte der Ver- schwisterung jedes Jahr ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden kann. Die französische Deutsch- lehrerin tritt in diesem 34. Jahr des Austausches ihren Ruhestand an und begleitete daher zum letzten Mal in offizieller Mission die französischen Schüler. Ein Abschied, der eigentlich keiner ist.

Klar, dass ein Dankeschön der Kollegen der Langenbergschule hier nicht fehlen durfte. Mit einem festlichen Empfang und Buffet, Dankesworten, einem gemeinsamen Liedvortrag der Schüler beider Gemeinden und Geschenken, sagte die Fachschaft Französisch der Langenbergschule, "merci", für die langen Jahre der Zusammenarbeit, in der "so ganz nebenbei" aus Kollegen feste Freunde geworden waren. Darauf wies die Konrektorin der Langenberschule, Marietta Roos hin, die in Vertretung des sich auf Klassenfahrt befindenden Rektors Willi Hoffmann, Ringuet für die Jahre der erfolgreichen gemeinsamen Arbeit dankte. Sie habe viel dazu beigetragen, dass die Partnerschaft beider Gemeinden so gut funktioniere: "Viele mitteleuropäische Ehen halten keine 34 Jahre", sagte Roos. "Meistens merken wir Kollegen gar nicht, wie viel Arbeit hinter der Organisation steckt, um diese lieb gewonnenen Tradition aufrechtzuerhalten.


2010

Vorfreude und Lebendigkeit

Dafür sehen wir die Vorfreude bei den Schülern, die Lebendigkeit, das Gewusel, wenn die Gäste da sind und auch die Abschiedstränen, wenn die Schüler wieder nach Hause fahren."Um das zu ermöglichen, bedürfe es besonderer Menschen wie Ringuet. "Sie sind dieses Jahr zum letzten Mal als Leiterin des Austausches in Birkenau, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal als Freundin", sagte die Konrektorin.

Ringuet zeigte sich gerührt und erinnerte an den ersten gemeinsamen Austausch, den sie im Jahre 2002 organisiert hatte: "Ich möchte mich für die Art und Weise bedanken, mit der ich damals hier aufgenommen wurde", sagte Ringuet. Nach nur ein paar Stunden in Birkenau habe sie das Gefühl gehabt, "als wäre ich hier schon immer gewesen". Traurig sei sie nicht, habe sie doch fest vor, auch weiterhin Birkenau zu besuchen, und wenn es gewollt werde, bei der Organisation des Austausches mit helfender Hand zur Seite zu stehen. "Der Schüleraustausch ist auch in Zukunft in guten Händen und wird in einer guten Form weitergehen", zeigte sich Ringuet zuversichtlich.

Freundschaften entstanden

Dass der Austausch auch sehr erfolgreich ist, wurde bei der Rede des französischen Gastschülers Marc-Antoine deutlich, der sich für den Empfang, die Arbeit der Organisatoren, aber vor allem die Gastfreundschaft bedankte: "Viele Freundschaften sind entstanden und keiner von uns hat Lust, schon jetzt wieder nach Frankreich zurückzufahren", sagte der Schüler: " Wir wissen schon jetzt, dass wir unbedingt wieder nach Birkenau zurückkommen wollen." In der Aula der Langenbergschule hatten die Schüler ein kleines Konzert vorbereitet und trugen das Lied "Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen" mit Klavier-, Gitarren-, und Schlagzeugbegleitung vor.

Nach Ende des offiziellen Teiles stand das Pflegen der Freundschaften ganz im Vordergrund des Abends. Und nicht nur der Franzose weiß, dass dazu ein gutes Essen gehört. Dafür hatten, so die wechselseitige Tradition, auch in diesem Jahr die Gastfamilien gesorgt, die in der Mensa der Schule ein reichhaltiges Buffet aufgebaut hatten. Ein geselliger Abend schloss sich dem "Abschied, der eigentlich keiner ist", an. Hier wurde deutlich, dass der Schüleraustausch zwischen Birkenau und La Rochefoucauld inzwischen längst ein Generationentreffen geworden ist. Viele Eltern der heutigen Schüler waren nämlich selbst schon mal zu Gast bei Freunden auf der anderen Seite des Rheins.

Quelle: WN/OZ Artikel vom: 25.03.2010
Letzte Änderung: 23.03.2015 14:48 Uhr