Sonnige Tage am Bodensee - Aus Partnerschaft wurde Freundschaft

Birkenau: Die deutsch/französische Gruppe „Die fröhlichen Wanderer“, alles Mitglieder der Partnerschaftsvereine Birkenau und La Rochefoucauld, findet immer wieder lohnende Ziele um sich zu treffen, gemäß dem Motto „Gemeinsam Neues entdecken“. Dieses Jahr fiel die Wahl auf eine besonders reizvolle Landschaft: der Bodensee und seine Ufer. Ein schmuckes Landhotel in Lippertsreute, nahe Überlingen, mit Blick auf die Berge, war für 5 Nächte unser Zuhause. Von hier machten wir jeden Tag Ausflüge in die nähere Umgebung. Große Freude gab es beim Eintreffen der französischen Freunde und nach einem Jahr ein herzliches Wiedersehen. Es war ein Erlebnis, am nächsten Morgen die Blumeninsel Mainau zu durchstreifen. Dank ihrer Lage und ihrem Klima gedeihen hier selbst exotische Pflanzen und Bäume. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: ein Schloss, mitten in gepflegtem Park mit Blumen in allen Formen und Farben und jahrhunderte alte Bäume. Die Dahlien standen in voller Blüte, ein Besuchermagnet war das Schmetterlingshaus. Überall erfreuten sich fröhliche Menschen an dieser Pracht. Für dieses Jahr werden mehr als 1,2 Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Ein Schiff brachte uns am Abend zurück nach Überlingen. Am nächsten Tag stand auf dem Programm ein Besuch der Basilika von Birnau, 1746 im Rokokostil erbaut. Sie wird wegen ihrer Innenausstattung und den wunderbaren Stuckarbeiten bewundert und gilt als die schönste Kirche im Bodenseeraum. Die Weiterfahrt führte uns nach Unteruhldingen zu den Pfahlbauten, dem ältesten Freilichtmuseum Europas und seit langem schon UNESCO — Weltkulturerbe. In 23 Pfahlhäusern aus dem gesamten Bodenseegebiet kann der Besucher erfahren, wie die Menschen der frühen Steinzeit, also vor ca. 6000 Jahren, hier gelebt haben. Funde aus dieser Zeit, geborgen aus dem Bodensee, werden im angrenzenden Museum gezeigt. Der Nachmittag gehörte dem Zeppelin - Museum in Friedrichshafen. Es ist eine bedeutende Sammlung zur Geschichte der Luftschifffahrt mit besonderer Würdigung von Ferdinand Graf von Zeppelin, dem Begründer des Luftschiffbaus. Ein kurzer Morgenspaziergang durch Meersburg und seine Altstadt, dann die Überfahrt nach Konstanz. Eine sachkundige Stadtführerin erläuterte uns die große Bedeutung dieser Stadt im Mittelalter: Sitz des größten Bistums nördlich der Alpen, Ort des Konzils 1414 — 1418, dazu viele Reichstage. Bei dem folgenden Rundgang besichtigten wir viele alte Bürgerhäuser, die den Krieg überdauert haben. Heute ist Konstanz eine lebendige Geschäfts- und Universitätsstadt an der Grenze zur Schweiz. Die Autofähre brachte uns am nächsten Tag wieder nach Konstanz. Von dort fuhren wir in das schweizerische Ermatingen zum Schlossgut Arenenberg, am Ufer des Untersees. Die Lage des Schlösschens ist einmalig schön: weit gleitet der Blick von hier oben über den See und die idyllische Uferlandschaft. Hier hat Louis Napoleon seine Kindheit verbracht, ehe er als Napoleon III. Kaiser der Franzosen wurde. Die edle Ausstattung der Räume und der angrenzende Park sind einen Besuch wert. Weiter ging es dem jungen Rhein entlang nach Stein am Rhein. Es ist eine malerische Kleinstadt mit einem sehenswerten Marktplatz und vielen bemalten Bürgerhäusern. Nach einer Kaffeepause ging es über den Bodanrücken zurück.

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Am letzten Tag wurde die Bodensee-Wasserversorgung (BWV) besichtigt. Diese liefert seit 1954 Wasser aus dem Bodensee in 320 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg und versorgt so 4,8 Millionen Menschen. Wir bestaunten die Anlagen am Sipplinger Berg (715 m) wohin das aus 60 m Tiefe gewonnene Wasser gepumpt wird. Hier wir es gefiltert, gereinigt und in Hochbehältern gelagert. Dann fließt das Trinkwasser aus eigener Kraft bis in den badischen Odenwald. Großabnehmer ist z. Bsp. auch die Stadt Stuttgart. Viel zu schnell ging diese Erlebniswoche zu Ende. Am Abend wurde immer erzählt, Musik gemacht, gesungen und gelacht. Es herrschte eine fröhliche Stimmung. Ein herzlicher Dank galt unserem Freund Gerhard Müller für seine vorbildliche Planung und Führung während der gesamten Woche. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von unseren französischen Freunden. Es gab herzliche Umarmungen und das feste Versprechen: im nächsten Jahr sehen wir uns wieder im „Tal der Loire“.

Letzte Änderung: 01.10.2015 16:24 Uhr