Eine Woche im „Garten Frankreichs“

Am nächsten Morgen ging es gleich zu einem Juwel der französischen Renaissance: Schloss Chenonceau, das sich über den Cher, einem Nebenfluss der Loire, spannt und die Besucher in Massen anzieht. Es ist ein Gesamtkunstwerk aus Fluss, Schloss und umgebende Blumengärten. Am Nachmittag stand eine Fahrt mit dem Schiff auf der Loire auf dem Programm, von Rocheborn flussaufwärts. Die Loire ist der einzige frei -fließende Strom Europas, er hat herrliche Buchten mit vielen Wasservögeln, Sandbänken und kleine bewaldeten Inseln. Es war eine genussvolle Fahrt.

Danach Besuch der Winzergenossenschaft in Vouvray, einem sehr bekannten Weinort. Die Fässer und Flaschen werden in historischen Felsenkellern gelagert. Eine anschließende Weinprobe überzeugte uns von der hohen Qualität der Weine. Am nächsten Morgen ging es in die Unterwelt! Es sind die bekannten Felsenkeller von Bourrée, unter der Erde liegende Steinbrüche, wo im 16. Jahrhundert das Baumaterial für die schönsten Loire — Schlösser aus dem Kalkstein geschnitten wurden. Heute werden diese historischen Keller zur Pilz — Zucht genutzt, die hier bei 12° C und 90 % Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen vorfindet. Von hier kommen auch die bekannten braunen „Champignon des Paris“

Nach einem kleinen Spaziergang am Nachmittag in die Altstadt von Amboise besuchten wir eine bekannte Schokoladen-Manufaktur. Hier wurden wir in die Geheimnisse der Schokoladen- und Pralinen- Herstellung eingeführt. Am Ende des Besuchs wurden köstliche Proben angeboten. Wir blieben dann noch in der Stadt und genossen den Blick über die Loire auf das hochgelegene Schloss, das Franz I. so liebte. In der Nähe des Schlosses liegt auch das Landhaus Close-Lucé, in dem das Genie Leonardo da Vinci bis an sein Lebensende als Gast des Königs lebte.

Eine hochwillkommene Pause gab es an 2 Vormittagen, die zu Ausruhen im Schwimmbad des Feriendorfs oder zu einem erholsamen Spaziergang genutzt wurden.

An einem Nachmittag erwartete uns ein besonderes Erlebnis: mit einer Kutsche fuhr die Gruppe vom Königsschloss in Blois durch die belebte Innenstadt, vorbei an der alten Abtei, über die Pont Gabriel zu Kathedrale St. Louis, wo ein kurzer Stopp eingelegt wurde.

Der Kutscher gab uns während der Fahrt wertvolle Informationen über die Stadt.

Ein Höhepunkt unseres Treffens war am Nachmittag die Besichtigung des Schlosses Chambord, das größte aller Loire — Schlösser, in einem Park von 5440 ha gelegen — das entspricht der Fläche von Groß — Berlin. Das gewaltige Schloss, seit Jahren in der Liste der Weltkulturerben, zieht alljährlich Millionen von Besuchern an, die in 3 Etagen einige der 426 Zimmer wegen ihrer guten Ausstattung bestaunen. Ein herrlicher Blick bietet sich von der oberen Terrasse weit über den Park. Und für jeden Tag des Jahres gibt es einen Kamin: 365.

Strömender Regen begleitete uns am vorletzten Tag nach Tours, Hauptstadt der Tourraine. Gut geschützt in einem kleinen Bähnchen besichtigten wir diese alte Stadt und bekamen Informationen zur Geschichte, der Bedeutung der Stadt und zu den wichtigsten Gebäuden. Es ist die Stadt des Hl.- St. Martin, ein wichtiger Wallfahrtsort im Mittelalter. Die vielen Pilger machten die Stadt reich und mächtig. Bei einem kurzen Aufenthalt des Bähnchens wurde auch die Kathedrale St. Gatien mit der prächtigen Fassade und den Glasfenstern aus dem 13. Jahrhundert bestaunt. Zu Mittag bekamen wir in einem bekannten Restaurant in der Altstadt ein hervorragendes Essen. Ein Besuch im Handwerker-Museum war der Abschluss unseres Tages in Tours. Es wird dort die Geschichte der Handwerkerkunst, ihrer Techniken und Meisterstücke zum Ende ihrer Gesellen —oder Wanderzeit gezeigt.

Auf Wunsch der Leitung des Feriendorfs trat unsere Gruppe am Abschiedsabend im Festsaal auf und hat zur allgemeinen Unterhaltung beigetragen. Ein Duo mit französischen Chansons, deutsche Lieder mit Klavier- und Klarinettenbegleitung und zum Schluss sang die ganze Gruppe stehend und schunkelnd das Odenwaldlied.

Beim Abschied am Samstag gab es viele herzliche Umarmungen und das feste Versprechen für ein Wiedersehen im September 2017 in der Fränkischen Schweiz.

2.11.16

Letzte Änderung: 02.11.2016 07:15 Uhr