50 Jahre Élysée Vertrag —

40 Jahre Schüleraustausch zwischen der Langenbergschule Birkenau und dem

Collége Jean Rostand La Rochefoucauld.

In Umsetzung eines der Grundgedanken des Elysée Vertrages, im Sinne der Aussöhnung des französischen und deutschen Volkes, der Jugend besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, begegneten sich im Jahr 1976 Schüler und Lehrer der Langenbergschule Birkenau und des Collége Jean Rostand, La Rochefoucauld. Der Gedanke der gelebten Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, der den beiden Gründungsvätern Charles de Gaulle und Konrad Adenauer so wichtig waren, ist, die beiden Gemeinden betreffend, wahr geworden. Die Schulpartnerschaft war Anlass für die Städtepartnerschaft, die 1978 geschlossen wurde. Der Grundstein für einen regen Austausch zwischen, Vereinen, Kommunalpolitikern und Bürgern war gelegt und so entstanden langjährige Freundschaften die immer noch gepflegt werden.

So feierten die Schüler der Langenbergschule, zusammen mit ehemaligen Absolventen, sowie den Austauschschülern, die zu der Zeit zu Gast waren, gemeinsam mit einem bunten, aber auch feierlichen Schulfest den Anbruch des fünften Jahrzehntes der Freundschaft.

Herr Brieskorn, der Rektor der Langenbergschule begrüßte alle Anwesenden , die Vertreter der Kommunalpolitik, unter ihnen den 1. Beigeordneten der Gemeinde. Er freute sich aber auch, dass viele ehemalige Schüler, Kollegen und Eltern und vor allem auch eine Delegation von französischen Austauschlehrern und Vertretern des französischen Partnerschaftsvereins den Weg in die Schule gefunden hatten. Das Einlassen auf das noch Unbekannte, die Sprache und die Kultur- diese Bereitschaft von beiden Seiten, das habe zu wertvollen, herzlichen Beziehungen der Menschen aber auch der Partnerschaft geführt.

In ihrer Ansprache an das Publikum, bemerkte Frau Eva Martin, die Französisch Lehrerin, der Langenbergschule, dass eine französische Rektorin spaßeshalber diesen langjährigen Austausch als „des dinosaurs des échanges“ bezeichnet hat. Allerdings sei der Austausch, im Gegensatz zu den bereits ausgestorbenen Dinosauriern, noch immer sehr lebendig.

Nachdem Wolfgang Schmeidel, zunächst mit Roswitha Madl und dann mit seiner Frau Claudia, 10 Jahre lang die Schüler nach Frankreich begleitete, übernahmen Eva Martin und Cornelia Schneider, begleitet von Karl- Ludwig Einhäuser und dessen Frau Helga die Verantwortung. Eva Martin hat den Austausch 28 Jahre lang begleitet.

Im Laufe der Zeit kamen weitere Kollegen unterstützend dazu: Ursula Hölzing, Stephan Arnold und Markus Stelzer.

Auf französischer Seite begann der Austausch mit Henriette Beauregard, die vor 40 Jahren den Austausch 26 Jahre geleitet hat und heute, nach ihrem Ausscheiden aus dem Schulleben, weiterhin aktiv im Partnerschaftsverein tätig ist. Sie wurde jahrelang tatkräftig von Fernand Laurent unterstützt, ehemals Vorsitzender des Partnerschaftsvereins und seiner Frau Brigitte. Ab 2002 wurde Francoise Ringuet Deutschlehrerin am Collège und führte den Austausch wie gewohnt fort. Seit 2011 ist Susanne Blanc in Frankreich für das Fach Deutsch und die Organisation des Austauschs zuständig.

Nach der Frage des Erfolgsrezeptes für die langjährige Partnerschaft nannte Eva Martin den Punkt der persönlichen Freundschaft zwischen den Lehrern der beiden Schulen, des Austauschs und der Behebung von Problemen, die stets für die Sache engagiert, konstruktiv besprochen wurden. Sie betonte, dass es ohne diese persönlichen Beziehungen diesen Austausch nicht mehr gäbe. Aber auch äußere Faktoren seien entscheidend. So hätten die beiden Gemeinden Birkenau und La Rochefoucauld viele Gemeinsamkeiten, Vereine und

Sportgruppen hätten sich gefunden, das Besiegeln der Städtepartnerschaft, und das beiderseitige erlernen der Sprache sei ebenfalls ein wichtiger Faktor.

Die zukünftige Aufgabe sei es nun, die Tradition zu pflegen- zum andern aber auch wieder junge Menschen neu zu gewinne, an diesem Austausch teilzunehmen.

„Unser Austausch war ein großer Erfolg und ich wünsche mir, dass er im Interesse der Schüler, wie auch als Highlight für die Langenbergschule, noch lange weiter bestehen möge“.

Mit diesen Worten übergab Eva Martin das Mikrofon an ihren Sohn Nico Martin, der die Stadt La Rochefoucauld präsentierte und berichtete, welche Erlebnisbereiche es dort gibt.

Walter Bechtold, der stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, dessen Mitglieder einen Stand betrieben, begrüßte die Anwesenden. Der ehemalige LBS-Lehrer und

Vereinsgründungsmitglied begrüßte besonders die Verantwortlichen in den ersten Jahren des Austauschs.

Die Schüler beider Schulen gestalteten mit gesanglichen und tänzerischen Einlagen den offiziellen Teil der Feier. Ganz besonders beeindruckend waren ein, aus beiden Schulen gebildeter Chor und Instrumentalisten. Sie sangen und spielten die Europahymne, deren Melodie der neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven entnommen ist. Den Text von Friedrich Schiller hatten sie, dem Anlass entsprechend, umgetextet und in deutscher, französischer und englischer Sprache vorgetragen. Im Anschluss sorgten eine Schuldisco, ein Spiele Parcour und eine kleine „Tour de France“ für die Unterhaltung der Schüler.

Der Abend gehörte dann der Gruppe „Mois et les Autres“, eine vierköpfige Kapelle um die Sängerin Juliette Brousset, die im Elsass aufgewachsen, Mannheim als Wahlheimat ausgesucht hat und sich mit ihrer wunderbaren Stimme zwischen Jazz und Chanson bewegte.

Sie verstand es mit dieser besonderen Mischung, das Publikum in ihren Bann zu ziehen und diesem beeindruckenden Fest mit ihrem und dem Auftritt ihrer Band einen glanzvollen Höhepunkt und Abschluss zu verleihen.

Letzte Änderung: 19.12.2016 07:39 Uhr