Unterwegs: Die fröhlichen Wanderer in der Fränkischen Schweiz

Im Land der Burgen und der Felsen.

Die Gruppe „Les joyeux promeneurs“, die aus Mitgliedern der beiden Partnerschaftsvereinen Birkenau und La Rochefoucauld besteht, traf sich zu ihrer traditionellen Erlebniswoche getreu ihrem Motto „Gemeinsam Neues entdecken“ in Waischenfeld, im Städtedreieck Bamberg, Bayreuth, Nürnberg.

Das Hotel lag direkt an der Wiesent, gegenüber der Burg Rabeneck. Von hier aus waren alle geplanten Ziele gut und schnell erreichbar. Jeden Tag startete die Gruppe zu einem Ausflug oder Besichtigung.

Gleich am ersten Morgen wurde die Teufelshöhle bei Pottenstein, eine der größten deutsche Schauhöhlen, besichtigt. Sie ist auf 1,5 km gut begehbar und überrascht durch die Größe ihrer Hallen. Der Besucher bekommt bei der Führung wertvolle Erklärungen und sieht einzigartige Tropfsteingebilde mit phantasievollen Namen. Neben vielen prähistorischen Funden gab es auch ein vollständiges Skelett eines Höhlenbären zu bewundern. Eine märchenhafte Unterwelt, aber kalt.

Nicht weit davon liegt Gößweinstein, das Ferienzentrum der Fränkischen Schweiz, ein Marktflecken hoch über der Wiesent, mit Burg und Basilika. Diese ist das Meisterwerk von Balthasar Neumann, der sie 1739 geplant hat. Alle bestaunten die barocke Pracht der Altäre, die zierlichen Stuckaturen und das Chorgestühl.

Die Fahrt am nächsten Tag erfolgte mit einem Minibus nach Bamberg. Für diese mittelalterliche Stadt stand ein ganzer Tag zur Verfügung. Sie ist wegen ihrer Altstadt und den Profanbautenaus mehreren Epochen bereits seit 1993 Weltkulturerbe.

Bei der Stadtführung, in deutsch und französisch, wurde mit allen Sehenswürdigkeiten, aber auch mit der langen Geschichte der Stadt bekannt gemacht. Bamberg, am Main liegend, wird auch das „fränkische Rom“ genannt, da es wie Rom auf 7 Hügeln steht. Die Stadt blieb wie durch ein Wunder von Kriegsschäden verschont. Der Rundgang führte zu den Fischerhäuschen an der Regnitz, dann zum alten Rathaus, das in den Fluss gebaut wurde, zur Dominikaner - Kirche, heute Proberaum der Bamberger Symphoniker, zur alten Hofhaltung und zur Residenz der Fürstbischöfe. Der Dombesuch war der Abschluss der Führung. Er ist im strengen romanische Stil erbaut, 1234 unter Kaiser Heinrich II geweiht und für seinen Figurenreichtum bekannt; darunter der Bamberger Reiter, das Doppelgrab des Kaiserpaares und der lachenden Engel. Nach dieser langen Führung durften sich alle mit fränkischen Köstlichkeiten stärken.

Am Nachmittag ging es mit dem Schiff über die Regnitz und den Donau-Main-Kanal durch das Hafengebiet. Das brachte Erholung und viel Spaß.

In den Erlebniswochen ist meist auch eine Besichtigung eines bodenständigen Betriebs eingeplant. Dieses Mal war es eine Schnapsbrennerei und Likörfabrik mit Führung und Proben. Am Nachmittag fuhr die Gruppe zur Burg Rabenstein, die seit 800 Jahren auf einem Felssporn im Ailsbachtalthront. Die mächtige Burg erstreckt sich über mehrere Stockwerke. Der Führer zeigte uns alle Räume, die noch sehr gut mit Möbeln, Bildern und Waffen ausgestattet sind. Heute bietet die Burg fürstliche Übernachtung, Veranstaltungen, Konzerte und Tagungen. Zur Belohnung gab es in der Burgschenke eine fränkische Brotzeit.

Trotz Regenschauer am nächsten Morgen war die Vorfreude auf Bayreuth nicht getrübt. Mit dem Minibus fuhren alle in diese wirklich sehenswerte Stadt. Die Stadtführerin erzählte die Geschichte der Stadt: es war Wilhelmine, Marktgräfin von Bayreuth — Ansbach, Schwester des Preußenkönigs Friedrich II, die, aus Berlin kommend, das hier vorgefundene Dorf in eine Kulturstadt verwandelte. Das konnte man bei dem Gang durch die Stadt sehen. Das Markgräfische Opernhaus gilt als das weltweit bedeutendste, seit 1746 vollständig erhalten, zur Zeit leider wegen Restaurierung geschlossen, und das neue Schloss mit dem Hofgarten. Noch ein anderer Name ist untrennbar mit Bayreuth verbunden: Richard Wagner, der 1870 hierher kam, das Festspielhaus am „Grünen Hügel“ umbaute und die Wagner — Festspiele einführte. Heute pilgern viele Wagner — Anhänger nach Bayreuth. Im Rahmen der Führung wurde auch die Villa Wahnfried und sein Grab besichtigt.

Die fränkische Schweiz hat die weltgrößte Dichte an Brauereien, was sogar ein Eintrag in das Guiness Buch der Rekord einbrachte. So hat die zweisprachige Gruppe nach dem Mittagessen auch die Brauerei Maisel mit seinem Biermuseum besucht, um Wissenswertes über Bier und Brauerei zu erfahren.

Auf der Rückfahrt eine kurze Rast vor den Toren der Stadt: Besichtigung der Eremitage, einer fürstlichen Einsiedelei im Rokokostil, bestehend aus Orangerie, Sonnentempel mit Apoll und Wasserspielen in einer künstlichen Grotte.

Der letzte Tag führte in den nördlichen Teil der Fränkischen Schweiz, zuerst nach Hollfeld mit mittelalterlichem Marktplatz. Nach kurzem Weg kam man an die mediterranen Terassengärten mit seltenen Alpenpflanzen im Felsgestein. Die Gruppe besuchte dann die Burg Zwernitz, eine alte Hohenzollern Burg, in der heute die sehr interessante Dauerausstellung „Markgräfliches Jagen“ zu sehen ist. Ganz in der Nähe liegt eine der frühesten, europäischen Landschaftsgärten mit einem morgenländischen Bau, einer Grotte und einem Buchenwald mit Felsen sowie einem Ruinentheater. Dieser fürstliche Park heißt „Sans pareil“, also „Ohnegleichen“.

Die Rückfahrt führte durch Bad Staffelstein zur Basilika „Vierzehnheiligen“, die mit ihren beiden barocken Türmen weit ins Maintal hinunter grüßt. Sie ist das Ziel zahlloser Wallfahrer, die hier zu den vierzehn Nothelfern beten. Wiederum war es B. Neumann gewesen, der diesen prunkvollen Bau geplant hat. Zum Abschluss des Besuches hörten die Teilnehmer noch ein wunderbares Orgelkonzert.

An den Abenden wurde immer viel erzählt, gesungen und gelacht; es herrschte eine fröhliche Stimmung. Die Gruppe dankte Gerhard Müller für die Planung und Führung.

Die Heimfahrt ging über Miltenberg - kurze Pause mit Picknick - weiter über Michelstadt zum Abendessen nach Albersbach.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von den französischen Freunden. Es gab Umarmungen und das feste Versprechen: Wir sehen uns im Mai 2018 bei der Feier „40 Jahre Partnerschaft“ in La Rochefoucauld.

Letzte Änderung: 02.10.2017 09:12 Uhr