Begegnungen pflegen, Kultur kennenlernen

Gäste aus La Rochefoucauld verbringen zwei Tage mit ihren Birkenauer Freunden.


„Nous avons apporté le beau temps de La Rochefoucauld“ - „Wir haben das schöne Wetter aus La Rochefoucauld mitgebracht“. Mit diesen Worten leiteten die französischen Freunde, bei ihrer Ankunft auf dem Platz La Rochefoucauld, zwei Tage ein, die man gemeinsam, in entspannter Athmosphäre verbrachte.Trotz  der intensiven und häufigen Begegnungen im Jubiläumsjahr 2018, sollte der obligatorische Besuch an Christi Himmelfahrt, in diesem Jahr, nicht ausfallen. So waren ungefähr 50 Personen aus der Partnerstadt und Umgebung bei ihren Gastfamilien in Birkenau und Hornbach untergebracht.

Das Programm sah einen Ausflug zum Naturschutzgebiet Kühkopf - Knoblochsaue vor. Im Hofgut Guntershausen, etwa 200m vom Parkplatz Stockstädter Brücke, bei Stockstadt gelegen, wurde die Gruppe von  Peter Hahn empfangen. Dieser führte in die Besonderheiten des 2400 ha großen, und damit größten Naturschutzgebietes Hessens ein. Schnell war klar, daß die zur Verfügung stehende Zeit nicht ausreichte, um nur annähernd den größten, zusammenhängenden, naturnahen Auekomplex am deutschen Oberrhein kennenzulernen. Anhand eines Landschaftsmodells demonstrierte Hahn den Wasserstand des  Gebietes bei Überflutung und erklärte, daß der Wechsel zwischen Hochwasser und Trockenperioden,  ein Nebeneinander verschiedenster Lebensgemeinschaften bedingt. Neben 250 festgestellten Vogelarten, seien die ausgetrockneten Tümpel Lebensraum für Moorfrosch, Erdkröte und Molche. Weichholz und Hartholzaue seien Ergebnis einer intakten Hydrodynamik. Hahn verwies auf die Dauerausstellung des Hofgutes, mit Themen rund um den Kühkopf. Der Kühkopf sei somit ein schönes Ausflugsziel für Familien und Interessierte, um die Landschaft noch besser kennenzulernen, schloss er seinen Vortrag.

Nach einem gemeinsamen Picknick im Hofgut, fuhr die Gruppe mit Verspätung nach Mainz, der Landeshauptstadt von Rheinland Pfalz. Dort bewunderte man, bei einer Rundfahrt mit dem Stadtbähnchen, unter anderem die in der Romanik und Gotik entstandenen Kirchen, deren herausragendste  wohl der Dom und die Stiftskirche St. Stephan sind. Die Stiftskirche besitzt zwei, Ende des 20. Jahrhunderts gestaltete Fenster von Marc Chagall. Beeindruckend waren auch die Gebäude des Kurmainzer Adels, die als Barock- und Renaissancegebäude Zeugnis großer Bauepochen sind. So konnte man unter anderem das Deutschhaus, heute Sitz des Landtages, das Kurfürstliche Schloss und das „Haus zum Römischen Kaiser“, das heute das Gutenberg Museum ist, bewundern. Die verschiedenen Festungsbauten sind Zeugnis der wechselvollen Geschichte der Stadt. Gegenstück zu den historischen  Baustilen ist die neue Synagoge, die 2010 eingeweiht wurde. Der Kölner Architekt Manuel Herz hat dieses Gebäude für die Jüdische Gemeinde entworfen und in ihm  Innovation und Sichtweise auf die Architektur des 21. Jahrhunderts zum Ausdruck gebracht. Nach der Rundfahrt hatte die Gruppe Zeit in der Innenstadt zu verweilen, bevor man sich auf den Heimweg begab.

Am Samstagmorgen wurde eine Gruppe Interessierter, Gäste und Gastgeber, von Herrn Steinmaus in Nieder-Liebersbach, nach einem Aperitif, herzlich in Empfang genommen. Er hat dort eine  funktionsfähige, kleine Druckerei eingerichtet, anhand derer er die Technik der Druckkunst erklären und ausführen kann. So können dort noch kleine Druck Auftrag ausgeführt werden.  Herr Steinmaus demonstrierte die Technik der Druckkunst, so wie sie im Wesentlichen über  500 Jahre, seit Gutenberg, Bestand hatte, aber mit der Digitalisierung, so führte er aus,  einen radikalen Wandel erfahren hat.

Danach verbrachten die Gäste Zeit mit ihren Gastgebern, bevor man sich am Abend, bei wunderschönem Wetter, zum Grillen traf. Bürgermeister Morr war mit Gattin anwesend und begrüßte die Freunde aus La Rochefoucauld mit herzlichen Worten. Patrick Decadt, Präsident des Comité de Jumelage, dankte für die Einladung und nach Übergabe der Gastgeschenke gab man sich den kulinarischen Genüssen hin.  Mitglieder des Partnerschaftsvereins sorgten für musikalische Untermalung  und dabei konnte man, wie auch die Tage zuvor, in fröhlicher Runde sein Französisch zum Einsatz bringen.

Am nächsten Morgen wurden die Freunde auf dem Platz La Rochefoucauld verabschiedet und man war sich einig, dass es wieder einmal zwei schöne, in guter Atmosphäre verbrachte Tage waren.


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Letzte Änderung: 17.06.2019 08:49 Uhr