Geschichte

Birkenau im Wandel der Zeit: Es waren Mönche des Klosters Lorsch, die im 7. Jahrhundert damit begannen, das Weschnitztal planmäßig zu besiedeln. Die erste urkundliche Erwähnung der Weschnitztalorte Birkenau, Mörlenbach, Rimbach und Fürth erfolgte im Jahre 795 in einer Grenzbeschreibung der Mark Heppenheim. Folgerichtig feierten diese Gemeinden 1995 ihr 1200-jähriges Bestehen.

An der höchsten Stelle des Weschnitzufers in Birkenau erbauten die Lorscher Mönche eine kleine klösterliche Niederlassung, die „Cella Birkenowa”. Heute steht dort die evangelische Kirche. Stöbert man in der wechselvollen Birkenauer Geschichte, so stößt man auf verschiedene Ritter- und Adelsgeschlechter, die Ortsherren waren, so u. a. auf die Landschade von Neckarsteinach, die von Bohn, die Bertram von Hersbach und die Wambolt von Umstadt, deren Schloss noch heute von dieser Familie bewohnt wird.

Dabei gingen etwa die Bertram von Hersbach nicht gerade zimperlich mit der Bevölkerung um. Hans-Jörg Bertram von Hersbach tobte um 1658 öfters „in voller und toller Weise die ganze Nacht durch Birkenau und schoss dabei sein Rohr los, dass allen Leuten angst und bange war”. Mehrfach zwang er Einwohner, mit ihm die Nacht „durchzusaufen” und machte dabei selbst nicht vor einem Zimmermann halt, dessen Frau gerade ein Kind gebar.

Ortsherren waren bei einem Fehlverhalten schwer in die Schranken zu weisen, dafür traf die einfache Bevölkerung bei begangenen Straftaten die volle Härte des Gesetzes. Dem Krebs- und Fischdieb Nikolaus Balschbach wurde 1596 auf dem Rathauspranger ein Ohr abgeschnitten. Im Jahre 1609 wurden Agnes und Katharina Erhard wegen Kindesmordes beim Galgen, der am Ortsausgang in Richtung Weinheim stand, enthauptet.

Auch für die Beleidigung eines Birkenauer Schultheißen, der während des 30-jährigen Krieges Steuern einkassieren wollte, „der Blitz solle ihn dafür samt seinen Ochsen erschlagen”, musste eine arme Witwe einige Gulden Strafe zahlen. Ein stummer Zeuge dieser Gerichtsbarkeit ist ein Kapitell des Birkenauer Galgens im heutigen Birkenauer Rathaus ausgestellt. Sagenumwobene und verwunschene Orte in der Gemarkung wie das Franzosenkreuz, das Geldloch, der Götzenstein oder der Riesenstein dürften von unseren Vorfahren bei Einbruch der Dämmerung nur mit einem Schaudern aufgesucht worden sein.

Gegen Ende des 30-jährigen Krieges waren in Birkenau noch zehn Familien wohnhaft, zeitweise war der Ort gar nicht mehr bewohnt. Erschwerend für einen Neuanfang war der Verkauf von Fachwerkhäusern, die abgerissen und im benachbarten Weinheim wieder aufgebaut wurden.

Über Jahrhunderte hinweg waren die Landwirtschaft und das Handwerk einzige Grundlage für den meist kärglichen Lebensunterhalt. Nur einige Großbauern und Mühlenbesitzer lebten in einem relativen Wohlstand. Anlass für Unfrieden gaben die religiösen Unruhen in Birkenau während des 18. Jahrhunderts, da für beide Konfessionen nur eine Kirche zur Verfügung stand. Erst mit dem Bau der heutigen evangelischen und katholischen Kirchen fanden diese ihr Ende.

Um 1680 siedelte die Ortsherrschaft von Bohn aus finanziellen Erwägungen heraus in Birkenau Juden an. Die jüdische Gemeinde war bis zu ihrem gewaltsamen Ende durch die nationalsozialistische Diktatur von 1933-1945 Teil des örtlichen Lebens. Da den Juden der Zugang zu Handwerksberufen untersagt war, verdienten sie überwiegend als Viehhändler und Krämer ihren Lebensunterhalt.

Das historische Birkenauer Rathaus mit seinem reichen Fachwerk im alten Ortskern lohnt ebenso einen Besuch wie der 1787 von dem bedeutenden Gartengestalter von Sckell in englischer Manier geschaffene Birkenauer Schlosspark. In den Birkenauer Ortsteilen Nieder-Liebersbach, Reisen, Hornbach, Löhrbach und Buchklingen finden sich zahlreiche attraktive Fachwerkbauernhöfe, die in Verbindung mit der malerischen Landschaft zu einer Wanderung einladen.

De-Mail ermöglicht eine nachweisbare und vertrauliche elektronische Kommunikation. Zudem kann sich bei De-Mail niemand hinter einer falschen Identität verstecken, denn nur Nutzer mit einer überprüften Identität können De-Mails versenden und empfangen.

Wenn Sie uns eine De-Mail an die oben angegebene Adresse senden möchten, benötigen Sie selbst eine De-Mail-Adresse, die Sie bei den staatlich zugelassenen De-Mail-Anbietern erhalten.

Informationen, Erläuterungen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Website www.de-mail.de des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Über Ihre konkreten Möglichkeiten, De-Mail für die Kommunikation mit Unternehmen und Behörden zu nutzen, informiert Sie www.de-mail.info.